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04. Oktober 2015 11:25
Veranstaltungen

Von: Michael Finkenthei

Die ost-westliche "Silberhochzeit" in Schlagbrügge

25 Jahre ist es her, dass aus zwei deutschen Staaten einer wurde - Anlass zum Feiern in der Reithalle in Schlagbrügge.


Die Ämter Lauenburgische Seen und Rehna hatten gemeinsam und mit großem Erfolg ein Programm auf die Beine gestellt. Rund 3000 Besucher füllten zeitweise die Reithalle in dem kleinen Dorf gleich an der Grenze zwischen jetzt "nur noch" Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Die Feierlichkeiten nahmen ihren Anfang schon um 11:00 am Vormittag mit einem Gottesdienst an der Aalkiste.

Am Nachmittag ging es weiter in der Reithalle in Schlagbrügge: mit Kaffee und Kuchen aller Art, serviert von den Landfrauenvereinen Ratzeburg und Nordwestmecklenburg, konnte man sich bestens über den frühen Nachmittag helfen. Vor der Halle gab es Handfestes von Bratwurst, Bouletten bzw. Bratklopsen über Pilzpfannen bis zu Eintopf - ergänzt durch passende Kaltgetränke mit und ohne Alkohol.

In der Zeit bis zum Eintreffen der Sternmärsche aus Schlagsdorf und Wietingsbek wurde Musik und Tanz geboten von der Volkstanzgruppe aus Groß Molzahn.

Kurz nach 16:00 Uhr war es dann soweit: aus Wietingsbeck traf der Zug der Freiwilligen Feuerwehr Ziethen ein, während aus Richtung Schlagsdorf der Umzug ebenfalls ankam. Der Verkehr kam kurzfristig fast zum Erliegen, allerdings verteilten sich die Feiernden recht schnell in und um die Reithalle.

Bleibende Eindrücke hinterliessen der Fanfarenzug Groß Grönau "Red Blacks" mit ihrem Powerbrass und der Musikzug aus Gadebusch.

Danach wurde es etwas ruhiger: Die Moderatoren Wolfgang Reetz - ursprünglich aus Lübeck und jetzt in Thandorf Bürgermeister -  und Corinna Kindereit (ursprünglich aus Groß Molzahn, jetzt in Mechow zuhause) erzählten Wendegeschichten, führten Interviews und wurden ergänzt durch Bauer Korl aus Brüel.

Zum emotionalen Höhepunkt der Feier, die gleichzeitig die zentrale Veranstaltung der benachbarten Kreise Nordwestmecklenburg und Herzogtum Lauenburg war, kam es mit der „musikalischen Wiedervereinigung“. Nachdem Moderator Wolfgang Reetz berichtete, wie er selbst vor 25 Jahren spontan nach Berlin zum Reichstag fuhr um diesen historischen Tag nicht zu versäumen, intonierte ein Chor aus 50 Schülern und Schülerinnen der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen aus Ratzeburg gemeinsam mit dem Musikzug Gadebusch die „Ode an die Freude“, während gleichzeitig die Fahnen von Nordwestmecklenburg, Schleswig-Holstein und Deutschland gehisst wurden - eben genau so, wie es am 3. Oktober 1990  tatsächlich gewesen ist.

Als dann die Besucher vom musikalischen Leiter Timo Christian aufgefordert wurden, ebenfalls in das Lied einzustimmen, schwappten bei manchem die Gefühle über und es wurde jedem bewusst: Ja, heute ist ein ganz besonderer Tag.

Am Abend brachte die Freshband mit ihrem Repertoire von Oldies über Schlager, Evergreens, Rock- und Popklassiker bis zum topaktuellen Charthit die Party ins rollen.

Danach wurde bis spät in die Nacht getanzt - der Abend endete mit einer der Ostseewelle-Kultparties.

 

Auszüge aus den Moderationen:

„Die Zukunft gehört denen, die die Möglichkeiten erkennen, bevor sie offensichtlich werden“ (Oskar Wilde): Genau diesen Menschen, die mit ihrem Tun und ihrem Lassen uns allen diese Feier heute ermöglicht haben, gilt dieses Fest.

Eindrücke und auch Fragen, mit denen Wolfgang Reetz vor 25 Jahren aus Berlin zurück kam: Wie würde es sich anfühlen, wieder in einem Land? 14.971 Tage hatten wir zwei Staaten, was aber kommt jetzt? Feinde kraft Befehls der Systeme – werden daraus Freunde werden, wird daraus wieder ein Volk? Wie schnell lernen wir uns zuzuhören? Welche Gewinner wird es geben und auch welche Verlierer? Fragen, die dann Einwohnerinnen und Einwohnern gestellt wurden, um deren Eindrücke und Gedanken aufzufangen.

„Zusammengehörigkeit ist die gemeinsame Freude an der wechselseitigen Unvollkommenheit“ (Ludwig Börne, 1832). Das könnte eine Grundlage sein, denn beide Partner waren unvollkommen! Auch, wenn mancher sich für vollkommen hielt und auch heute noch (leider) hält.

„Sich vereinigen heißt teilen lernen“, die Worte Richard von Weizsäckers am 03.10.1990 vor dem Reichstag. Teilen von Freude und von Leid, teilen von Befindlichkeiten und Ängsten, teilen von Erlebnissen und teilen einer gemeinsamen Geschichte. So kann ein Land wieder zusammen wachsen, wir haben es nun ¼ Jahrhundert erlebt und werden alle zusammen immer besser werden.

„Eine Gemeinschaft ist nicht die Summe von Interessen, sondern die Summe von Hingabe“ (Antoine de Saint-Exupéry). Alle hier und im ganzen Land haben sich weit mehrheitlich aufeinander eingelassen, ich denke, wir haben das sehr gut hin bekommen. Diese Region hat sich allein darüber dieses Fest heute verdient, lasst es uns nun zusammen feiern!


(Der Dank für diese Auszüge geht natürlich an Wolfgang Reetz!)

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