Im Streit um blockierte Fördermittel für die Schulsanierung gibt es möglicherweise neue Hoffnung. Aktualisierte Schülerzahlen würden die Bestandsfähigkeit des Regionalschul-Standortes belegen, argumentiert der Schulverband.
SCHLAGSDORF - "Die neuen Zahlen stimmen optimistisch. Wenn genug Kinder aus Carlow die Schlagsdorfer Regionalschule besuchen, wäre das kritische Schuljahr 2010/2011 so gut wie gesichert - dann müsste das Bildungsministerium noch einmal seine Position überdenken", sagte Nordwestmecklenburgs stellvertretende Landrätin Kerstin Weiss gegenüber unserer Redaktion. Sie ließ keinen Zweifel aufkommen, dass der Kreis den Schulstandort inklusive Regionalschulteil unterstützen werde.
Am Donnerstagabend hatten 300 Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Freigabe der Fördermittel gefordert. "Wir könnten sofort die Ausschreibungen für die energetische Sanierung beginnen. Wir stehen in den Startlöchern", verdeutlicht der Rehnaer Bauamtsleiter Hans-Martin Buschhart. Bis Ende 2010 könne gebaut werden.
Am Donnerstag, 6. August wollen Vertreter des Kreises und des Schulverbandes in Schwerin vorstellig werden. "Es gibt nur eine Variante, über die wir dort verhandeln werden. Denn das Argument der Nichtbestandsfähigkeit ist vom Tisch", kündigt Schulverbandsvorsteher Ingo Melchin an. Zuvor waren Befürchtungen laut geworden, wonach das 36 Jahre alte Schulgebäude abgerissen und eine Grundschule neu gebaut werden könnte. An diesen Spekulationen sei nichts dran, stellte die stellvertretende Landrätin Kerstin Weiss klar.
Derzeit liegen mehr als 700 000 Euro aus dem Konjunkturpaket des Bundes für Schlagsdorf "auf Eis". Eine Sprecherin des Bildungsministeriums erklärte gestern: "Sofern die bisher prognostizierten Schülerzahlen einer Aktualisierung bedürfen, obliegt dies wie auch eine Einschätzung der Bestandsfähigkeit über das Schuljahr 2015/16 hinaus dem Landkreis Nordwestmecklenburg." Derzeit könne das Ministerium noch nicht das Ziel der Nachhaltigkeit für die Investition bescheinigen.
In einem Brief an Bildungsminister Henry Tesch drängen Einwohner der Region Schlagsdorf auf die Freigabe der Fördermittel. "Weiterhin fordern wir, dass zukünftig Attacken aus Ihrem Hause, die nicht das erste Mal passiert sind, unterbleiben, damit Schüler, Eltern und Lehrer in einer Atmosphäre des Vertrauens under Sicherheit eine gute Arbeit leisten können", heißt es in dem Schreiben.
Quelle: SVZ - 25.07.2009 - Michael Schmidt
Erneut gibt es Unruhe in Schlagsdorf und umliegenden Gemeinden. Grund ist ein möglicher Fördermittel-Stopp durch das Land MV. Dadurch könnte der Regionalschulteil auf lange Sicht gefährdet sein. Ursprünglich sollte mit dem Geld der 36 Jahre alte Plattenbau erneuert werden.
1,15 Millionen Euro sollten für die Schulsanierung in Schlagsdorf bereit stehen. Inzwischen verdichten sich die Anzeichen, dass deutlich weniger Fördergeld in Schlagsdorf ankommen werden. Denn das Land soll einen Fördermittel-Stopp für den Regionalschulteil verhängt haben. Grund: Dieser Teil der Schule sei auf lange Sicht nicht bestandsfähig, lediglich die Grundschule. Das sagte gestern eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage.
Scharfe Kritik übt der stellvertretenden Schulverbandsvorsteher Jens Strohschein. "Wieder einmal wird die Schlagsdorfer Schule verschaukelt in Bezug auf Fördermittel. Man geht sogar soweit nur noch eine Grundschule zu erhalten", warnt Strohschein. Die Elterninitiative Schule Schlagsdorf kündigt Widerstand an. Sie sieht den Erhalt des Regionalschulstandorts in Gefahr. "Wir nehmen den Kampf notfalls erneut auf und sind sicher, dass sämtliche Eltern der Region hinter uns stehen werden", sagt Claudia Ellmann-Lorenz.
Was auf dem Spiel steht, verdeutlicht ein Verwaltungsexperte: Das Land halte die "goldenen Zügel" in der Hand und könne durch einen Fördermittel-Stopp den Schulstandort zusätzlich schwächen. Denn Schlagsdorf habe denkbar schlechte Karten bei zukünftiger freier Schulwahl und unsaniertem Regionalteil. "Mir kommt es so vor, als ob das zuständige Ministerium nur auf diese Gelegenheit gewartet hat und sich auf Schülerzahl-Prognosen aus dem Jahre 2006 stützt", so ein Behördenmitarbeiter.
Mehr als 700 000 Euro der veranschlagten 1,15 Millionen könnten durch das Land blockiert werden. Am Donnerstag kommen die Mitglieder des Schulverbandes zu einer Krisensitzung zusammen. Beginn ist um 19 Uhr in der Schule. Die Beratung ist öffentlich.
SVZ - 21. Juli 2009 - Michael Schmidt
... Anders sieht es in Schlagsdorf aus: Trotz aller Bemühungen des Schulverbandes und nachgeordneter Stellen im Amt Rehna flatterte bislang kein Bewilligungsbescheid in den Briefkasten. Die Elterninitiative aus den Dörfern rund um Schlagsdorf ist beunruhigt.,, Bekommen wir kein Geld, ist der Standort Schlagsdorf nicht zu halten“, warnt Claudia Ellmann-Lorenz. Dabei sollten die Schlagsdorfer vor kurzem noch 325 000 Euro vom Kreis und 775 000 Euro vom Land (Konjunkturpaket 1) erhalten.
Auf Nachfrage der SVZ versicherte die Verwaltungsspitze des Nordwestkreises: „Schlagsdorf ist Bestandteil der Liste zum Konjunkturpaket II. Für die energetische Sanierung im Grundschulteil steht die zugesagte Summe bereit“, so Pressesprecherin Petra Rappen. Zudem sei die Grundschule nicht in Gefahr. Aufgrund fehlender „prüffähiger Bauunterlagen vom Schulverband und dem zuständigen Amt Rehna erfolgt keine Ausgabe des Fördermittelbescheides‘. Ellmann Lorenz wundert sich: „Warum nur Grundschule? Warum fehlen Unterlagen? Vor Monaten habe sich der Kreis noch klar zur Gesamtschule über das Jahr 2011 hinaus ausgesprochen.
Die Elterninitiative vermutet eine Richtungsänderung bei Kreis und Land. Dies beruht auf der Feststellung, dass von den Konjunkturpaket-I-Mitteln (Liste Landesregierung 13. Mai, 775 000 Euro, SVZ berichtete) keine Rede mehr ist.
Stattdessen findet sich das Projekt Schlagsdorf erneut unter 100 Anträgen zum „Investitionspakt“ im Verkehrsministerium Schwerin wieder. Deren Pressesprecherin Julia Hasse: „Der Antrag liegt vor. Die Prüfung erfolgt über das Landesförderinstitut.“ In welcher zeitlichen Abfolge dies vor den Ferien erfolgt, kann in Schweriner Ministerien niemand sagen. Das Vergabeverfahren erweise sich als zu kompliziert.
Ob die Schlagsdorfer aus dem „Investitionspakt“ (neun Millionen Euro von Bund und Land) jemals einen Cent sehen, steht noch in den Sternen. Hinter dem erneuten zögerlichen Verhalten vermutet die Elterninitiative nur einen Plan: die Schließung der Gesamtschule. „Warum sonst sollte sich der Kreis, zuständig für die Schulplanung, nur noch für die Grundschule interessieren“, so Ellmann-Lorenz.
Die Folge: In den kommenden Wochen berät die Elterninitiative über einen öffentlichkeitswirksamen Aktionsplan.
Quelle: SVZ vom 11./12. Juli 2009 - Volker Bohlmann
SCHLAGSDORF - Die Sanierung der Schlagsdorfer Schule kann beginnen. 36 Jahre nach der Übergabe erfolgt zum ersten Mal eine wirkliche Erneuerung des Plattenbaus. Möglich wird dies durch die Zuweisung von Finanzmitteln aus den Konjunkturpaketen I und II des Bundes. Laut Liste des Nordwestkreises erhält Schlagsdorf aus dem Konjunkturpaket II 325 000 Euro und nach Angaben der Landesregierung (Internetseite Landesregierung) 775 920 Euro aus dem Konjunkturpaket I. Der Schulstandort dürfte somit als gesichert gelten. "Ein Fördermittelbescheid liegt allerdings noch nicht vor", so Rehnas Amtsleiter Dirk Gros.
Trotz Erfolg, so richtige Freude kommt in Schlagsdorf nicht auf. Für den "großen Wurf" wären 2,4 Millionen Euro notwendig. Kein Geld für Luxus, sondern von einer grundlegenden Sanierung, betont Dirk Gros.
Folglich heißt es abspecken. Der Rotstift wird angesetzt. Der überdachte Innenhof, die Außenanlagen, die neue Heizungstechnik und die Elektroanlagen sind zu streichen. An Änderungen der Raumzuschnitte ist gar nicht zu denken.
Für die insgesamt 1,15 Millionen Euro kann der Schulverband das Gebäude aus dem Jahre 1973 lediglich mit neuen Fenstern und Türen versehen und die Außenhaut dämmen. "Dann bewegen sich bei starken Winden wenigstens die Gardinen nicht mehr bzw. dringt kein Wasser durch die Fenster ein", so Hausmeister Udo Wolski. Zu seinen Hauptaufgaben gehörte in jeder Wintersaison das Abdichten von Türen und Fenstern. Bis zu fünf Zentimeter breite Spalten ließen die Kälte in den Plattenbau. Da half nur noch, Dämmstoffe in die Windkanäle zu stopfen. Feuchte Wände und Schimmel im Kellerwerkraum lassen bislang keine Freude am Unterricht aufkommen.
Doch wirklich meckern wollen und können Gros, der stellvertretende Schulleiter Ralf Federmann und Udo Wolski nicht. Vor wenigen Wochen stand die Zukunft der Schlagsdorfer Schule auf der Kippe. Bei der ersten Veröffentlichung der geförderten Projekte, fand Schlagsdorf keine Berücksichtigung. Lediglich der Kreis signalisierte Unterstützung. Seit wenigen Tagen taucht das Sanierungsprojekt Schlagsdorfer Schule in einer Ergänzungsliste auf der Internetseite der Landesregierung auf.
Seither arbeiten Schulleitung, Architektenbüro und das Amt Rehna an der abgespeckten Sanierungsvariante. "Diese beläuft sich derzeit auf 1,45 Millionen Euro. Wir müssen auf 1,15 Millionen runter, weitere 300 000 sparen", sagt Gros.
Das drückt die Stimmung. Über Jahre hatten die Eltern im Schulverband für den Erhalt des Lernzentrums auf dem Lande erfolgreich gekämpft. Das Planungsteam im Amt Rehna hofft, dass das Geld wenigstens frei zur Verfügung stehen wird, um das Bestmögliche für die Schüler herauszuholen.
Sollte der Landkreis sich entschließen aus seinem Zusatz-Fonds von 1,3 Millionen Euro weitere Finanzmittel in sechsstelliger Größenordnung den Schlagsdorfern zukommen zu lassen, bleibe sogar noch Spielraum für eine moderne Heizungs- und Elektroanlage. "Wir würden uns freuen, wenn der Kreis gezielt investiert ",sagt Ralf Federmann. Schließlich gehe es um die Kinder und damit um die Zukunft des Landes.
Im Amt Rehna warten die Amtsleiter auf die schriftliche Bestätigung der Förderliste. Man wolle das Vorhaben schnellstmöglich realisieren. Liegt der Fördermittelbescheid vom Land vor, so Dirk Gros, könne die Ausschreibung und folglich ein Baubeginn schon während der Sommerfreien erfolgen.
Quelle: SVZ - 29.05.2009 - Volker Bohlmann
REHNA - Finanzhilfen in Form von Fördermitteln stellt der Bund in seinem Konjunkturpaket II in Aussicht. Bei ihrer letzten Ausschusssitzung in dieser Wahlperiode stellten die Mitglieder des Amtsausschusses Rehna unter anderem die Weichen dafür, wohin diese Fördermittel fließen sollen.
... Vor diesem Hintergrund stellte das Amt eine Prioritätenliste auf, die von den Bürgermeistern bestätigt werden sollte. Unstrittig war, dass die Regionale Schule in Schlagsdorf dabei höchste Priorität genießt. Für fast 2,5 Millionen sollen die komplette Fassade saniert, die Fenster erneuert und Trockenlegungsarbeiten im Erdbereich durchgeführt werden. An zweiter Stelle werden Mittel für die Turnhalle Carlow beantragt. Die Fassadensanierung der Kita Carlow und die Erweiterung der Sporthalle in Rehna stehen auf den Plätzen drei und vier.
Quelle: SVZ vom 15.04.2009 - Iris Weiß
Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung ist in aller Munde. Doch was springt tatsächlich für die einzelnen Gemeinden heraus? Das erklärten gestern Landrätin Birgit Hesse und ihr Stellvertreter Gerhard Rappen, der die in der Kreisverwaltung gebildete Arbeitsgruppe für die Verteilung der Mittel leitet.
Da aber gerade die Schulsanierungen schon selber Millionen verschlingen könnten, hoffen Gerhard Rappen und Birgit Hesse auf die Kooperation von Kommunen. Muss zum Beispiel eine Schule wie die in Schlagsdorf saniert werden, könnten sich die Gemeinden des Schulverbandes zusammenschließen und die für sie einzeln geltenden Fördermittel zusammenwerfen. So würden auch größere Fördersummen zusammenkommen, erklärt Birgit Hesse.
Hinzu komme, dass bei der Förderung der Sanierung von Schulen das Bildungsministerium in Schwerin befragt werden muss, ob der Fortbestand der jeweiligen Bildungseinrichtung gewährleistet und damit eine Förderung aus dem Konjunkturpaket sinnvoll ist.
Quelle: SVZ vom 26.02.2009 - Malte Behnk
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