Hoffnung in Schlagsdorf: Im Rahmen der Konjunkturpakete I und II der Bundesregierung könnte der Schulverband Schlagsdorf endlich das Schulhaus sanieren lassen. Geschätzte Kosten: 2,43 Millionen Euro.
SCHLAGSDORF - Die aktuelle Wirtschaftskrise hat Auswirkungen auf den Schulstandort Schlagsdorf. Statt wie bisher den Kahlschlag im Bildungsland Mecklenburg-Vorpommern zu forcieren, könnte mit Unterstützung der Politik frisches Geld in die Kassen des Schulverbandes fließen und der Standort Schlagsdorf gesichert werden. Konkret geht es um Finanzmittel aus den Konjunkturpaketen I und II der Bundesregierung, Gesamtwert rund 60 Milliarden Euro. Damit ließen sich bislang nicht geplante Bauprojekte verwirklichen. Darunter die mehr als ein Jahrzehnt geforderte Sanierung des Schlagsdorfer Schulhauses.
Der Weg zum Ziel wird kein leichter sein. Darauf machte Rehnas Amtsleiter Dirk Gros aufmerksam. Sämtliche Mittel des Bundes werden über das Land bzw. den Kreis verteilt. "Wir besitzen einen entscheidenden Vorteil. Unsere Planungen sind abgeschlossen und sofort umsetzbar", so Gros. Während im Bundestag über die Vergabe der Milliarden-Summen debattiert wurde, arbeitete das Ingenieurbüro Hanft und Kautzky im Auftrage der Kommunen und des Amtes Rehna an den Umbauplänen. Diese stellten Anke Lindig und Dietmar Kautzky am Dienstagabend zahlreichen Eltern und Kommunalvertretern im Rahmen der Schulverbandsversammlung vor. Fakt ist: 2,43 Millionen Euro benötigen Schlagsdorf, Thandorf, Utecht, Rieps und Groß Molzahn, um ihren Kindern in einem ansprechenden Gebäude die Grundlagen für das spätere Leben zu vermitteln. "Es geht nicht um eine Komplettsanierung. Die Planungen berücksichtigen die Außenhülle des Hauses und den Einbau neuer Fenster", sagt Ingenieur Dietmar Kautzky. Darüber hinaus die Überdachung des Innenhofes, die Ausstattung mit einer Photovoltaikanlage und eine Trockenlegung des Gebäudes. Grundlage ist eine Richtlinie des Landes, worüber einschließlich Projekte mit Energieeinsparpotenzial eine Förderung aus dem Konjunkturpaket I erhalten. "Allein durch die genannten Maßnahmen reduzieren sich die Betriebskosten um 50 Prozent - von 294 Kilowattstunden je Quadratmeter auf 146 Kilowattstunden je Quadratmeter im Jahr", sagt Kautzky. Energieeinsparungen, die mit den Zielen der Regierung konform gingen, betont Dirk Gros. Das Land MV habe mit dem Konjunkturpaket I die Förderung von Projekten mit energetischer Erneuerung aufgestockt. "Darunter fallen Schulen. Die maximale Förderung steigt von ca. 33 auf etwa 66 Prozent an", sagt Gros. Im Fall Schlagsdorf blieben dennoch 826 000 Euro an Eigenmitteln. Eine Summe, von der der Schulverband nur träumen kann. Was bleibt, ist die Hoffnung, vom landeseigenen Konjunkturpaket (10 Millionen Euro) 90 Prozent der Eigenmittel zu erhalten. "Die Chancen stehen nicht schlecht", meint Gros. Alle notwendigen Anträge liegen den Ministerien in Schwerin vor. Erfolgt eine Absage, bliebe noch genügend Zeit, sich um Finanzmittel vom Konjunkturpaket II zu kümmern. Wenngleich der Kreis über die Verteilung der 8,6 Millionen Euro bislang nicht entschieden hat, so Kerstin Weiß, Fachdienst Bildung. Und: "Schlagsdorf ist wichtig. An welcher Stelle der Schulbau auf der Prioritätenliste steht, vermag ich nicht zu sagen", so Weiß weiter. Da keimt in Rehnas Langen Amtshaus die Hoffnung, dass der Nordwestkreis in komplette Projekte investiert und die Gelder nicht großflächig verteilt. Bei 47 Schulen dürfte sonst in Schlagsdorf nur ein Bruchteil der erforderlichen 2,43 Millionen Euro ankommen.
www.Schlagsdorf.de wird ihnen präsentiert von Egbert Mader