Nach unzähligen Finalniederlagen diverser Mannschaften, gelang es den D-Junioren am vergangenen Sonntag, den Kreispokal endlich das erste Mal nach Schlagsdorf zu holen
Das Unternehmen „Pokalsieg“ wurde von den Verantwortlichen über Wochen gezielt vorbereitet, u. a. charterte man einen großen Bus und motivierte viele stimmgewaltige Fans. Auch das man eine Woche zuvor gegen den Finalgegner im letzten Punktspiel eine eher mäßige Leistung mit einer Niederlage abschloss, war eingeplant.
Trotz des herrlichen Wetters startete man am Sonntag um 9.00 Uhr etwas verunsichert mit dem vollbesetzten Bus nach Wismar, denn nicht nur der auf Grund einer Klassenfahrt nach Dänemark fehlende Benedikt Kutassi, nein auch der kurzfristig durch Krankheit ausgefallene Ole Ploen, mussten ersetzt werden. Zwei der wichtigsten und erfahrensten Spieler dieser Mannschaft waren ausgefallen, wie wird diese junge Truppe, verstärkt durch H. Steinlein und F. Kunter von den E-Junioren, damit klarkommen?
In Wismar angekommen, waren alle tief beeindruckt von der Atmosphäre, Endspiel im Stadion mit Tribüne, Lautsprecherdurchsagen und vielen, vielen Fans. Die Mannschaft zog sich in die Kabine zurück und man besprach die Aufstellung und die Taktik. Durch die Spielbeobachtungen beim SSC, gaben die Trainer eine sehr defensive Grundeinstellung aus. Besonders die zentralen Positionen in der Mannschaft sollten sehr defensiv stehen, denn der SSC gilt als technisch sehr spielstarke Mannschaft die , wenn man sie ins Spiel kommen läst, einen sehr guten Ball spielen kann und den Spaß am Fußball wollte man ihnen nehmen.
Über Libero Hecht und dem zentralen Defensivspieler Spiewack, wollte man die Räume eng machen und bei eigenem Ballbesitz über die beiden Flügelflitzer Schulz und Arndt Druck in Richtung gegnerisches Tor aufbauen. Als Geheimwaffe im Sturm sollte sich an diesem Tag der wieselflinke Christoph Timmler beweisen.
Auf Grund vorheriger Finalspiele begann das Spiel mit 15-minutiger Verspätung, was sich bei gefühlten 40° auf dem Spielfeld für die Spieler beider Mannschaften bereits als große Belastung herausstellte. Trainer, Fans und Eltern hatten noch gar nicht Platz genommen und die SGS führte. Anstoß SGS Timmler auf Arndt, der auf Spiewack, der sucht wieder Timmler und der zog einfach mal aus 25 m ab. Der SSC Torwart ließ den sicher gehaltenen Ball durch die Beine ins Tor trudeln und die SGS führte nach gefühlten 10 s mit 1:0.
Der SSC unter Schock besann sich aber mit laufender Spielzeit auf seine spielerischen Fähigkeiten und übernahm das Spielgeschehen. Folgerichtig erzielten die Schweriner durch einen Kopfball und einen Distanzschuss ihrerseits die 2:1 Führung. Das war eigentlich die stärkste Phase der Schweriner und man musste sich große Sorgen um die SGS machen. Die Trainer reagierten. Für Arndt kam Steinlein als frischer Mann für die rechte Seite. Die fantastischen Fans, rund 150 Schlagsdorfer, feuerten und peitschten ihre Mannschaft nach vorn. Und das hatte Erfolg. Enno Schulz erzielte mit einem Hammer aus 20 Metern den vielumjubelten Ausgleich für die SGS, gleichzeitig der Halbzeitstand.
Zur Pause waren die Jungs platt. Die Hitze war unerträglich, der starke Libero John Hecht, war nach einem Pressschlag am Knie leicht angeschlagen. Wie lange würde sein Knie halten? Jetzt waren die Trainer gefragt. Einfühlsam und mit störrischer Ruhe schworen sie ihr Team ein. Gebt noch 10% mehr, das Tempo wird der SSC in der 2. Halbzeit nicht durchhalten können und wartet auf eure Chance, sie wird kommen und sie kam. Die ersten 10 Minuten der 2. Halbzeit plätscherte das Spiel so vor sich hin. Allen Beteiligten war klar, wer das nächste Tor schießt, gewinnt das Spiel. Torwart Jan Chucholowski hielt zu diesem Zeitpunkt mit glänzender Paraden seine Mannschaft im Spiel und so langsam übernahm die SGS das Spielgeschehen. Der SSC leistete sich Abspielfehler und wurde langsam unkonzentriert.
Jetzt lief das Spiel der SGS. Die Außenverteidiger Banko und Kunter, obwohl die Kleinsten der Mannschaft, machten an diesem Tag ein Riesenspiel, erkämpften unheimlich viele Bälle, gaben keinen Kopfball verloren und spielten kluge Pässe auf Spielmacher Spiewack und der suchte natürlich seine beiden Flügelflitzer Schulz und Steinlein oder Stürmer Timmler, der an diesem Tag den Turbo im Tank hatte. Auf diese Art und Weise erzielte Schlagsdorf bis zur 50. Spielminute 3 Tore durch Christopf Timmler und führte mit 5:2.
Die SGS beruhigte das Spiel. Für den völlig ausgepowerten Kunter kam Mattern und verletzungsbedingt musste Libero John Hecht das Spielfeld verlassen. Für ihn kam Leon Kunde zum Einsatz. Mit dem Schlusspfiff erzielte der SSC den bedeutungslosen 3:5 Anschlusstreffer.
Nach dem Abpfiff des sehr fairen Spiels durch den umsichtigen Neuburger Schiri gab es für Spieler, Trainer, Eltern und Fans kein Halten mehr. Grenzenloser Jubel, Freudentränen und vieles mehr. Endlich ist der Pott in Schlagsdorf!
Die Siegerehrung musste auf Grund der Jubelarien um Minuten verschoben werden. Im Anschluss ging es zu den Feierlichkeiten nach Schlagsdorf. Auch ohne Autokorso, Balkonparty oder Eintrag ins goldene Buch, war es für alle Beteiligten ein unvergesslicher Tag.
Spiewack
Siegerfoto!
( v.Jan Chuckolowski
m.v.l. Hannes Steinlein, Pascal Arndt, Fabian Kunter, Ayck Mattern, Marcel Banko
h.v.l. Kenny Korup, Toby Spiewack, Enno Schulz, Jonny Hecht, Leon Kunde, Christoph Timmler
Trainer v.l. Andreas Spiewack, Detlef Köttgen, Peter Kofahl )
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