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11. März 2009 08:51
Aus der Gemeinde

Von: SVZ - Antje Bernstein

Immer mehr Kinder wollen in die Feuerwehr

Viele Feuerwehren plagen Nachwuchssorgen. Mit der Senkung des Eintrittsalters in die Jugendwehren soll dem Abhilfe geschaffen werden. Die Schlagsdorfer Wehr hat schon jetzt großen Zulauf.


Foto: Antje Bernstein

SCHLAGSDORF - Die Änderung des Brandschutzgesetzes des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist beschlossene Sache. Der Schweriner Landtag hat am vergangenen Mittwoch den Weg frei gemacht für ein jüngeres Eintrittsalter bei den Jugendwehren im Land. Damit können Jungen und Mädchen nun schon im Alter von sechs Jahren offizielles Mitglied bei den Brandschützern werden. Bisher war dies erst ab zehn Jahren möglich. Zu spät, wie viele Feuerwehrleute monierten, denn wenn die Kinder das Eintrittsalter erreicht hatten, waren viele schon längst in anderen Vereinen Mitglied. Viele Brandschützer plagten Nachwuchssorgen. Die nun getroffene Änderung scheint zu greifen. Dank der Gesetzesänderung können sie nun auf neue Mitglieder in ihren Jugendwehren hoffen. Eine Wehr, die sich derzeit vor Zulauf kaum retten kann, ist die Freiwillige Feuerwehr Schlagsdorf. "Eigentlich wollten wir für uns noch im Kindergarten Werbung machen. Das ist nun aber gar nicht mehr nötig", berichtet der stellvertretende Jugendwehrleiter Horst Oschätzky.

Die Schlagsdorfer Wehr profitiert derzeit auch vom fehlenden Nachwuchs anderer Wehren. "Viele Dörfer haben nicht genug Kinder, um eine eigene Jugendwehr aufzumachen. Nur eins, zwei Kinder auszubilden lohnt sich für sie nicht. Die kommen dann zu uns, erklärt Patrick Scott Dingle. Aus Gemeinden wie Groß Molzahn oder Klocksdorf kommen Kinder nach Schlagsdorf, um hier der Jugendwehr beizutreten. Es hat eine Eigendynamik entwickelt. Viele bringen ihre Freunde mit zu den Übungen, die daraufhin selbst Mitglied werden wollen", so der Jugendwehrleiter. So wächst die Jugendwehr stetig. Im letzten Jahr waren es bestimmt noch neun weniger als jetzt", schätzt Oschätzky. Die Mitgliedschaft in einer Jugendwehr - für den Schlagsdorfer Nachwuchs nicht nur vorübergehendes Interesse. Die Kinder bleiben auch dabei und treten nicht gleich wieder aus, berichtet Dingle begeistert von der Bereitschaft seiner Schützlinge, sich auch auf lange Sicht in der Jugendwehr einzubringen.Die vielen neuen Mitglieder stellt die Feuerwehr aber auch vor Herausforderungen, denn schließlich müssen die Nachwuchsbrandschützer auch entsprechend eingekleidet werden. "Solch eine Jacke kostet zum Beispiel um die 100 Euro", so Oschätzky. Zudem muss auch die Ausbildung finanziert werden und in diesem Jahr soll für die Jungen und Mädchen wieder ein Zeltlager auf dem Programm stehen. "Aber das kriegen wir schon irgendwie hin", zeigt sich Dingle optimistisch. Die jungen Brandschützer hoffen auf die Unterstützung durch Förderer. Am Wochenende lernten die Jugendwehrmitglieder, wie man Feuerwehrgeräte wie eine Axt an einem Seil befestigt und sicher an der Außenwand eines Gebäudes hinaufbefördert. Und dies nicht etwa in der Theorie, sondern ganz praktisch an der Schlagsdorfer Kirche. Alle zwei Wochen trifft sich die Schlagsdorfer Jugendwehr, um in Theorie und Praxis Schritt für Schritt das Handwerkszeug eines Feuerwehrmannes zu erlernen. Fähigkeiten, die die derzeit 15 Jungen und Mädchen auf dem Amtswehrtag am 16. Mai brauchen werden. Hier wollen sie zeigen, was sie von Patrick Scott Dingle und Horst Oschätzky gelernt haben.

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