Im Grenzhus wird das Leben an der innerdeutschen Grenze erklärt und Nachbauten zeigen, mit welchen Maßnahmen der Eiserne Vorhang gesichert wurde.
Eine Spende von 2000 Euro von der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest kommt dem Grenzhus gelegen, um eventuell die Ausstellung um weitere Attraktionen zu bereichern.
SCHLAGSDORF - Seit zehn Jahren zeigt das Grenzhus in Schlagsdorf das Leben an der innerdeutschen Grenze, die nur wenige hundert Meter entfernt des Museums verlief. Träger des Hauses und der Ausstellung ist der Förderverein Grenzhus. Dessen Geschäftsführerin und Museumsleiterin Anette Heimert-Ladendorf kämpft allerdings jedes Jahr um die Finanzierung ihrer Arbeit und der von vier bis fünf Mitarbeitern. Daher kam jetzt eine Spende über 2000 Euro von der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest sehr gelegen - vor allem, weil sich in diesem Jahr der Fall der Mauer zum 20. Mal jährt. Bernd Wannags, Geschäftsstellenleiter der Sparkasse in Gadebusch, war gestern persönlich ins Museum gekommen, um den Scheck zu überreichen.
"Uns ist es wichtig, Vereine oder Institutionen in der Region zu unterstützen. Hier wird sehr anschaulich das Leben an und mit der Grenze erklärt. Für Kinder ist das Geschichtsunterricht zum Anfassen", erklärte Wannags die Entscheidung für die Spende. Anette Heimert-Ladendorf hat mehrere Ideen für die Verwendung des Geldes. "Wir haben schon lange geplant, Zeitzeugenberichte zur Zwangsaussiedlung der geschleiften Dörfer Lankow und Neuhof zu erstellen, es fehlten aber die Mittel", so die Museumsleiterin. "Auch einen Imagetrailer, also einen kleinen Film über das Museum, würden wir gerne für die Internetseite produzieren lassen. Das ist aber sehr teuer."
Beide Projekte würden das Angebot des Grenzhus sehr bereichern, zumal der Fall des Eisernen Vorhangs in diesem Jahr 20 Jahre her ist. Zu diesem Jahrestag erwartet auch Anette Heimert-Ladendorf wieder eine Schar an Besuchern. "Der 3. Oktober und der 9. November sind Tage, an denen wir besonders viel Betrieb haben", sagt sie. Doch auch über das ganze Jahr hinweg entwickeln sich die Besucherzahlen positiv. "Die 10 000er-Grenze, wie zu Beginn des Betriebs, haben wir noch nicht wieder erreicht. Aber im vergangenen Jahr hatten wir schon 1000 Gäste mehr als in 2007. Schon damals hatten sich die Zahlen um knapp 1000 Gäste verbessert. Diesen Trend möchte Anette Heimert-Ladendorf fortsetzen. "Wenn man nur nicht jedes Jahr nach Fördermitteln betteln müsste", wirft sie ein.
Dabei sieht die Museumsleiterin auch die Nachbargemeinden von Schlagsdorf oder den Nachbarkreis Herzogtum Lauenburg jenseits der ehemaligen Grenze beziehungsweise das Land Schleswig-Holstein in der Pflicht. Dem stimmt auch Bernd Wannags zu, der aus Kittlitz in Schleswig-Holstein stammt und so den Fall der Grenze direkt miterlebte. So erinnert sich der Gadebuscher Sparkassenchef noch gut an den Tag, an dem die Feuerwehren von Kittlitz und Kneese eine Brücke über die Wakenitz bauten und so den Weg über die Grenze passierbar machten.
"Zur Eröffnung des Grenzhus haben die Landtage von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in der Schlagsdorfer Kirche getagt", berichtet Anette Heimert-Ladendorf. Was seitdem herrsche, nennt die Museumsleiterin "still schweigt der See". Doch vielleicht würden die Vertreter der Landtage zum 20. Jahrestag des Mauerfalls wieder nach Schlagsdorf kommen.
Positiv beurteilt die Museumsleiterin vor allem die Kooperation mit der Arge. Sie schickt regelmäßig Ein-Euro-Kräfte, die mit Anette Heimert-Ladendorf den täglichen Betrieb im Grenzhus sichern. Einer dieser Mitarbeiter wirbt kontinuierlich an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg für das Grenzmuseum und regelmäßig bereichern die Klassen so ihren Geschichtsunterricht. "Diese Arbeit mit Gruppen macht uns sehr viel Spaß. Leider wissen viele Jugendliche heute nicht mehr viel über die DDR und können sich das Leben mit und an der Grenze gar nicht mehr vorstellen", sagt Heimert-Ladendorf.
In Schlagsdorf ist das Leben an der innerdeutschen Grenze zum Beispiel in Dioramen dargestellt, die den Grenzverlauf zeigen, aber auch den typischen Grenzverkehr im Miniaturformat. Eins zu eins ist auf der Außenanlage des Grenzhus ein klassischer Wachturm samt Stacheldrahtzaun zu sehen.
www.Schlagsdorf.de wird ihnen präsentiert von Egbert Mader