SCHLAGSDORF - Der Vorstoß von Kultusminister Henry Tesch, den Tag des Mauerfalls für einen deutschlandweiten Schüler-Projekttag zu nutzen, ist auch in Schlagsdorf auf ein positives Echo gestoßen. Der stellvertretende Schulverbandsvorsteher Jens Strohschein begrüßte gestern, dass sich Kinder und Jugendliche intensiver mit der innerdeutschen Geschichte auseinandersetzen sollen.
"Noch besteht die Möglichkeit, sich auch mit Zeitzeugen über deren Grenzerfahrungen zu unterhalten. Das Grenzhus mit seiner Außenanlage bietet die Chance, einen Teil deutscher Geschichte hautnah zu erleben", sagte Strohschein. Er forderte knapp 20 Jahre nach dem Mauerfall eine stärkere finanzielle Unterstützung für Grenzmuseen, um deren Bestand langfristig zu sichern. Gleichzeitig warnte er davor, einen Teil der deutschen Geschichte nur aus einem Blickwinkel zu betrachten. "Bevor einige Politiker andere verurteilen, sollten sie darüber nachdenken, wie sie selbst die DDR erlebt, durchlebt und überlebt haben", sagte der ehemalige Grenzaufklärer vor dem Hintergrund der DDR-Debatte. Ministerpräsident Erwin Sellering hatte sich in einem Interview dagegen verwahrt, "die DDR als totalen Unrechtsstaat zu verdammen, in dem es nicht das kleinste Gute gab." Dafür erntete Sellering in dieser Woche Lob, aber auch jede Menge Kritik.
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